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Freitag, 15. Juni 2007

Widerspruch in sich

Mein kleines süßes Internet-Tagebuch lebt nun schon seit einem Monat. Und wie es typisch für mich ist, habe ich mich erfolgreich davor gedrückt hier etwas hereinzuschreiben...
Die große Frage die sich jedoch stellt: Was schreibe ich in ein solches Tagebuch? Und wofür? Und wer wird es womöglich lesen? Und wo steckt der Sinn das andere Menschen mein Tagebuch lesen? - Fragen über Fragen. Aber alle für sich eigentlich lustiger Weise sehr einfach zu beantworten. Zumindest hab ich es geschafft meine persönlichen Antworten darauf zu finden.

Wie lange ich hier regelmäßige Einträge führen werde steht wohl in den Sternen. Mein letztes Tagebuch (handgeschrieben!!!) habe ich vor einem Jahr begonnen. Allerdings auch mit dem Sinn festzuhalten, wie man sich fühlt, wenn man mal eben aus seinem Leben und von den Menschen, die man liebt weggeht... Alle stehen lässt.
Interessanter Weise war mir das zu dem Zeitpunkt nicht einmal ansatzweise bewusst. Alles war so schnell, neu, interessant - und irgendwie setzt man ganz igoistischer Weise voraus, dass einen schon jeder versteht und sich freut.
Es hat ein Jahr gebraucht um zu verstehen, was man diesen Menschen in jenen Momenten angetan hat. Einfach wegzugehen. Sie stehen zu lassen. Davon ausgehen, dass derer Leben und Welten sich schon irgendwie weiterdrehen. Der große Fehler in meinen Gedanken. Ich habe nicht bedacht, dass sich alles ohne mich weiter drehen wird. Zwar bin ich nach wie vor ein Teil von allem da, merke jedoch wie sich alle anderen - genauso wie auch ich - verändert haben. Nicht, dass das ein Vorwürf wäre. Es ist schön zu sehen und zu merken, was die einzelnen Leute aus sich gemacht haben in der Zeit. Genauso schön ist es aber auch zu merken, dass man sich nach wie vor bei diesen Menschen, die einem plötzlich fremder werden, fallen lassen kann. Dass es genau die Freunde sind, die nach wie vor plötzlich anrufen und dir erzählen, dass sie frisch verliebt sind oder sich vielleicht gerade in absoluter Trauer über eine gescheiterte Beziehung befinden.
Wie schwierig es manchmal scheint, wenn man sich hier im schönen süden Deutschlads in kleine Sonntags-Nachmittag-Depressionen verirrt hat. Und obwohl ich eigentlich ganz genau weiss, dass wenn ich am nächsten Tag wieder aufstehe, alles wieder sonnig ist, ärgere ich mich wahnsinnig über solche Tage. Gerade das sind diese Tage an denen ich hier alles abbrechen möchte und wieder an die schöne Ostsee fliehen mag. Blödsinn - oder?
Nein, nicht wirklich. Und was immer wieder hilft. Sich einfach ins Flugzeug oder ins Auto setzen und ab nach Hause. Dahin, wo Geborgenheit nicht definiert wird sondern ganz selbstverständlich ohne nachzudenken da ist...
Ohje. das war jetz arg doll abschweifend...
Und bevor ich auf die Idee komme das alles hier noch mal zu lesen - und höchstwahrscheinlich vieles wieder zu löschen (womit wir wieder am Anfang wären - was schreibt man und was nicht), werde ich das heir mal schnell speichern und es das nächste mal versuchen a) kürzer zu fassen und b) interessanter ;)