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Samstag, 16. August 2008

Alles, was uns wichtig erschien, verblasst im Schein des Unfassbaren.

Gestern Morgen bekam ich den Anruf, dass Anke eingeschlafen ist. Einfach so.
Es ist so unfair.
Sie musste so viel leiden. So viel durchstehen. Und alles für nichts.
Hinterlassen hat sie zwei kleine Kinder und einen Mann.
Gerade einmal Anfang 40 ist sie geworden.
Den Krebs vor einem halben Jahr besiegt.
Zeitweilig.
Dann die Diagnose des Hirntumors. Als wenn das nicht reichen würde hat der Krebs noch zusätzlich in der Wirbelsäule gestreut.
Es vergehen nur Tage bis du Hüftabwärts gelähmt bist.
Die Kopfschmerzen sind kaum zu ertragen und alles inoperabel.

Mir fehlen die Worte.

Für Sie ist es besser.

Aber die Kinder.
Der Große ist doch schon adoptiert. Wie kann es da noch Gerechtigkeit geben, wenn die Mama, die so für ein Kind gekämpft hat sterben muss?

Sollte Ihrem Mann nun noch etwas zustoßen so würden meine Eltern die Kinder adoptieren.
Das alles ist schon seit Jahren geregelt.

Darüber geredet haben wir am 24. Juni als der Anruf kam, dass Anke sofort im Krankenhaus bleiben musste. Und dann. Nur 1 ½ Monate später ist alles vorbei.

Hoffentlich schafft ihr Mann das alles. Die Unterstützung meiner Eltern hat er ja zu 100%.
Momentan ist es wie eine große Familie. Alle zusammen.

Und mir tut alles nur leid.

Ich habe keinen Bezug mehr dahin. Kann nicht helfen. Kann nur zuhören, wenn jemand reden will. Mehr nicht.

Darüber reden mit jemanden hier geht auch nicht. Sich einfach mal in ein Cafe setzen und alles loswerden. Irgendwie nicht machbar für mich…

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14.08.

Ich hab den Typen getroffen. Und es waren angenehme Stunden. Einfach auf der Bank zu sitzen. Ein wenig reden. Ein wenig schweigen. Er wollte mich wieder sehen. Dieses Wochenende. Hat mich geküsst.
Erst war ich mir dessen nicht sicher. Und dann. Wieso nicht.
Mein LS ist weit weg.
Es gab nicht mal einen Ansatz der Reaktion auf meinen TB-Eintrag. Wenn das nicht Aussage genug ist, weiß ich auch nicht.
Mein Leben geht also hier weiter.

15.08.
Nach dem Aufstehen kam der Anruf meiner Mama, dass Anke eingeschlafen sei.
Ich fühle mich niedergeschlagen. Will weinen. Will reden.
Aber niemand ist da.
Der Typ, der meinte, dass er mich gern wieder sehen würde. Nichts mehr.
Keine SMS, keine Mail, kein Anruf. Leck mich doch am Arsch. Ich hab keinen Bock mir darüber Gedanken machen zu müssen. Aber eine SMS, dass man doch kein Interesse mehr hat, nachdem man alles hat einmal Revue passieren lassen.
Abends will Philipp aus München noch vorbeikommen.
Irgendwie ist mir das Zuviel. Aber da muss ich durch.
Ich mache nichts.
Warte, dass er Mittag vorbei geht.
Treffe mich Nachmittags mit Petra. Abends mit Jana zum Weinfest, wo Philipp dann direkt hinkommen wird.
Und. Ich gebe mir die Kante. Ich wollte gar nicht. Aber irgendwie habe ich das essen über den Tag vergessen. Und nach dem 4. Wein… Nunja. Scheiße gelaufen.
Und gebracht hat es auch nichts. Ich fühle mich nach wie vor beschissen.
Es gibt eben Lebenssituationen in denen kann man sich nicht mit irgendwas anderem Ablenken.
Und auch das ist besser so.

Menschen trauen.
Menschen weinen.
Sprachlosigkeit und Trauer haben Einzug genommen.

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