THOUSANDS OF FREE BLOGGER TEMPLATES ?

Mittwoch, 13. August 2008

Die Schweiz und der Schweizer...




Es ist Samstag.

Die letzte Woche verging wie im Flug. Leider.
Montag ging es Mittags mit dem Auto los on die Schweiz.
Zu W. – einem Arbeitskollegen.
Um genauer zu sein ging es nach Lausanne.
18:30 trafen wir also beide ein. W. kam von der Arbeit und ich kam gerade mit dem Auto an.
Ab in die Wohnung auf den Balkon mit Blick auf den Genfer See – ein Traum!
Nach einem Glas Wein auf dem Balkon mit diesem hammer Ausblick fuhren wir noch in die Weinberge in Richtung Vevey.
Ich weiß gar nicht, wie ich es Beschreiben soll. Aber der Ausblick ist einfach unglaublich.
Wer da nicht sofort ein Urlaubsgefühl bekommt, hat definitiv gewaltig was falsch gemacht!

Genug des Sehens in die Ferne. Wir fahren an den Hafen, gehen noch eine Runde spazieren, schauen uns den Sonnenuntergang an und essen noch eine Kleinigkeit, bevor wir uns in völliger Ruhe wieder auf den Weg nach Lausanne machen.

Noch ein Glas Wein und W. und ich beschließen ins Bett zu gehen. Er ins Schlafzimmer – ich auf die Couch.
Nachts bekomme ich über die offene Balkontür noch Besuch von der Nachbarskatze… Ob sie ahnt, dass Katinka mir zum Einschlafen fehlt?!

Nun kommen wir zum interessanten Teil des Urlaubes…

Der Besuch bei meinem Schweizer.

Stell sich doch mal einer vor, wie endlos lang ein Tag erscheinen kann, wenn man darauf wartet, dass es Abend wird. Dass man jemanden wieder trifft, den man über ein Jahr nicht gesehen hat…

Um 8 Uhr verlasse ich W. Wohnung – der muss ja wiederum arbeiten gehen.
Das Treffen mit meinem Schweizer ist erst um 18:40 Uhr in Lausanne am Bahnhof.
Ich fahre also nach Genève, bestaune und begutachte alles ganz genau…

Achja – ich hab noch was vergessen: Mein Handy funktioniert in der Schweiz nicht. Entweder funktioniert es also, dass wir uns wie vor Tagen verabredet abends am Bahnhof treffen – oder nicht.

Ich bin also ohne Handy und ohne Uhr in Schweiz.
Abgeschottet von der Welt in meiner Heimat und fern ab von einer Welt mit Zeit(gefühl).

Es fällt mir schwer die ganzen Gedanken nieder zu schreiben…
Zumal ich auch nur einen Block und einen Stift zur Hand habe. Nunja. Besser als nichts. Und das Notebook liegt ja auch bei mir zu Hause. Was für eine Scheiße!!!

Aaaaaalso.
Der Lieblingsschweizer (LS) und ich trafen uns um 18:40 Uhr in Lausanne am Bahnhof. Die letzten 10 min. ließen sich selbstverständlich noch einmal richtig Zeit. Ich ging also noch einmal zur Information und überlegte mir schon, was „Haupt“Eingang auf Englisch heißt um sicher zu gehen, dass ich auch wirklich an der richtigen Stelle stehe und warte.

Ich habe ein Kleid an. Ein schwarzes. Schwarze Schuhe dazu. Silberne Kette, silberne Ohrringe. Heute morgen sah das alles noch so passend und zusammengehörig aus. Und nun? Alles hin!
Ich fühle mich verklebt und bei weitem nicht so lecker und gut aussehend wie am Morgen.

Während ich nach wie vor hinter diesem Typen an der Information warte, schaue ich immer wieder durch den Glaseingang in Richtung des für mich scheinbaren Haupteingangs.
Da ist er.
Helle Hose, passendes Oberteil, helles Jacket. Das Lächeln, die Augen…
Alles als hätte ich ihn gestern zu letzt gesehen.
Ich gehe auf ihn zu.
Schaue ihn an.
Er sucht mich noch.
Dann sieht er mich.
Wir gehen aufeinander zu,
sehen uns an,
küssen uns.



Wir reden. Reden und lachen. Necken uns. Und genießen.

Zusammen machen wir uns auf den Weg zum Auto. Fahren noch einen Wein und einen Flaschenöffner kaufen (die Weingläser hat er dabei), um uns dann mit dem Auto auf dem Weg in die Weinberge zu machen. Leider haben wir mit unserer spontanen Idee noch etwas essen zu gehen mit Blick auf den Genfer See nicht sonderlich viel Erfolg. Schluss endlich kommen wir also in Montreux an und gehen dort noch etwas essen. Zwar nicht mit dem Blick zum See, dafür aber mit sehr guten Gesprächen. Ich wie gar nicht mehr, wie das hieß, was wir da gegessen haben. Leider. War nämlich super.
Viele Leckerein später gehen wir noch ein paar Meter weiter zum See, „klettern“ die Steine zum Wasser hinunter und gönnen uns einen Rotwein in der Dunkelheit.
Und ich kleiner Schussel - > Was mache ich?! Verteile meinen halben Rotwein auf seiner neu erworbenen Hose. Super! Und typisch ich.
Verdammt noch mal. Ohne Hose marschieren wir zurück zum Auto. Die muss schließlich sofort versucht werden wieder sauber zu bekommen.

Irgendwann kommen wir in Fribourg an.

Es ist genau das passiert wovor ich Donnerstag auf der Heimfahrt so Angst hatte. Die Erinnerungen verschwinden. Sind einfach nicht mehr so genau. Die Wörter verfliegen. Die Bilder werden unscharf… Das ist nicht fair!

Viel schaffen wir nicht mehr heute Nacht. Es wird noch geduscht und schon verschwinden wir im Bett und schlafen ein.

Der nächste Tag (Mittwoch, 06.08.2008) ist von ihm super mega doll durchgeplant:
Mit dem Auto nach Luzern. Von dort aus 1 ½ bis 2 Stunden Schifffahrt, Busfahrt auf einen Berg und dann noch Seilbahn fahren das letzte Stück. Leider verläuft der Plan nicht so wie von meinem Schweizer erwünscht.
Und trotzdem. Ich find` es super.
Die Umgebung. Er. Ich. Alles scheint so unwirklich.
Irgendwann kommen wir – und ich weiß nicht einmal mehr „wieso“ – auf das Thema „Schweizer und Sprünge“.
Komisches Thema. Kein Ernstzunehmendes.
Ein wenig necken. Ein wenig spinnen.
Nichts weiter.
Schließlich sind es wir.
Er und ich.
Wir kennen uns viel zu gut. Wir sind uns viel zu ähnlich. Ich weiß, dass er in vielen Situationen genauso handeln würde wie ich. Dass er die gleichen Gedanken hat. Die gleichen Fehltritte macht…
Und trotzdem.
Jetzt. So im Nachhinein.
Auf der Autofahrt nach Dresden. Wie soll ich es erklären?! Da ist etwas. Aber was?
Es tut weh wegzufahren. Nicht weil alles so neu und toll war. Es war einfach er. Das Zusammensein. Sich verstanden fühlen und das Genießen. Das gemeinsame Genießen. Das Reden. Und überhaupt.
Wir sind uns zu ähnlich. Viel zu ähnlich. Im Fühlen, im Handeln, im Dinge verquär machen. Im chaotischen Leben, obwohl man es doch alles richtig machen will.
Ich denke nicht, dass mein LS meine Ansichten teilen kann. Ich weiß es nicht. Aber es fällt mir wie gesagt auch absolut schwer das hier in Worte zu fassen. Ich meine – ich schaffe es ja noch nicht einmal einfach nur meine Gedanken zu sortieren…

Sonntag (10.08.2008)
Es ist ein weiterer Tag vergangen. Ein Tag der mich langsam wieder in mein „normales“ Leben zurückkehren lässt.
Trotz dessen, dass wir uns ein Jahr nicht gesehen haben, war es als hätten nur wenige Tage dazwischen gelegen.
Die Fahrt von Montreux nach Fribourg. Der spontane Zwischenstop auf dem Parkplatz.
Der Tag in Luzern. Der Abend auf dem Berg. Das einfache Anwesend sein. Seine Worte. Seine Berührungen.
Wieso weiß ich so viel von ihm. Und wieso weiß er was alles bei mir passiert ist im letzten Jahr. Wieso lässt mich allein das so sehr zweifeln?
Ich weiß wie ich bin. Weiß, wie ich das letzte Jahr gelebt habe…
Und er. Er ist weiß Gott auch kein Kind von Traurigkeit. Ich habe nicht im Ansatz das Gefühl, dass ich DIE Frau für ihn sein könnte. Allein aus dem Wissen heraus, was er das letzte Jahr gemacht hat. Wie er zu seiner Ex steht. Wie er das Leben liebt und lebt. Wie ähnlich wir uns auch sind, wenn es um das Bedürfnis nach Zuneigung und Zuwendung geht. Der Wunsch nach DEM richten Partner… Die Ansprüche die wir Stellen. Sowohl an uns wie auch an den Gegenüber.
Manchmal möchte ich gern seine Gedanken lesen können. Ich möchte gern wissen als was er mich sieht. Ohne nachfragen zu müssen. Die kleine Affäre in Deutschland? Mehr? Weniger? Ist da etwas zwischen uns oder ist es die pure Einbildung, weil er mir dieses perfekte Gefühl vermittelt ohne es zu wollen?

Auch, wenn es komisch klingt. Aber er lässt mich immer wieder besser werden. Er lässt mich selbst Zisvermittelt ohne es zu wollen?

Auch, wenn es komisch klingt. Aber er lässt mich immer wieder besser werden. Er lässt mich selbst Ziele setzen, so dass ich sie verfolge.
Vor einem Jahr begann die Abnehmaktion. Wg. ihm. Nicht, dass er das gefordert hätte. Ich wollte es einfach. Ich war so gut dabei. Und dann? Einfach aufgehört. Heute ärgert es mich – wahnsinnig.
Englisch ziehe ich nach wie vor durch. Immerhin.
Neue Vorsätze, die auch durchgezogen werden:

- VHS: Französisch-Kurs (wird sich diese Woche noch angemeldet)
- Buchhaltung (neuer Job) schnell lernen!
- Keine Zigaretten mehr! durchgehalten seit dem 05.08.2008
- Betriebswirtanmeldung: Beginn – Sept. 2009
- Englisch zusätzlich im nächsten Semester wieder aufnehmen
- Endlich die Abnehmaktion durchziehen! Ziel: 10 kg bis 31.12.2008

- Innerhalb der nächsten 2 Jahre für mich die Entscheidung treffen, ob ich ein Leben hier wirklich will oder ich dahin gehe wohin es mich eigentlich zieht.


Genug Ziele für die nächste Zeit…

Heute. Nein… Gestern hätte ich gesagt, dass es mein LS ist. Prinzipiell auch Richtig. Der LS ist aus meiner Sicht DER Mann. Ohne wenn und aber. Und wenn ich ehrlich bin, habe ich jeden Mann im letzten Jahr mit meinem LS verglichen. Scheiße ist es – aber es ist halt so passiert!

Vielleicht sollte ich versuchen zu vergessen. Keine Vergleiche mehr. Vielleicht funktioniert das ja?! Vielleicht muss man sich einfach nur genug Mühe geben?! Vielleicht…

Sollte ich ihm sagen, was ich denke?

Ich denke, ich werde wirklich versuchen zu vergessen… Zumindest was die Gefühle betrifft, die nicht sein dürfen…

Sooo ähnlich sind wir uns nämlich auch wieder nicht. Sonst wäre ich wohl mit dem Bauchgefühl, dass man es gern versuchen würde wohl nicht allein…


Morgen habe ich eigentlich noch eine Verabredung. Mit dem Mann, der mich vor meinem Urlaub auf nach meinen Urlaub vertröstet hat.
Ob ich es mache?
Keine Ahnung!

Vor einem Jahr wäre ich sofort dabei gewesen. Ohne mit der Wimper zu zucken. Lenkt schließlich ab.
Und heute? Heute denke ich mir, dass das Leiden nicht verkehrt ist. Es waren viele Tränen. Es waren viele Gedanken. Aber es war mit Sicherheit auch der bessere Weg. Der Ehrlichere.

Kurze Zusammenfassung des Resturlaubes:

Donnerstag:
LS zur Arbeit bringen und dann 900 km nach Dresden

Freitag:
Dresdentag. Einfach nur ich.
Abends treffe ich mich mit meiner Oma und mit meinen Eltern in der Stadt zum Abendbrot.

Samstag:
Görlitztag (Auf den Spuren der Familie)

Sonntag:
Bastai (Sächsische Schweiz) und Gartenbesuch

Montag:
Friedhof, Stadt, Erzgebirge

Dienstag:
Eierschecke kaufen, ins Panometer gehen, Tom abholen und ab: 550 km nach Wiesbaden mit Zwischenstop in Friedberg +
Zu Petra um den ersten Abend nicht allein verbringen zu müssen.

So.
Das wars.
Konfus.

Aber so ist es.

Sprünge