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Dienstag, 13. November 2007

Was ist Logik? Und wann trifft das Unlogische zu?

Ich habe den Mann kennen gelernt, den ich heiraten werde.

Kling blöd, ist aber so.

Klingt sehr blöd, ich weiß. Erst recht, wenn man mein gesamtes Tagebuch kennt…

Seit Wochen telefonieren wir jeden Tag. Und ich meine wirklich jeden Tag. Soweit es geht über Stunden. Und wenn es nicht zu mehr reicht auf jeden Fall vor dem Schlafen gehen.

Kennen gelernt haben wir uns im Internet. Auf einer Seite auf der ich mich vor 6 Jahren in etwa rum getrieben habe. In seinem Profil steht ein Statement „Ein Mann, mal spitz mal stumpf und voller Ideen“. Wenn das nicht eine Aufforderung ist um einen Spruch loszuwerden.
Über das Schreiben kamen wir zum Telefonieren.
Und Telefoniert haben wir wie gesagt lang und viel. Wochen halt.

Gedacht habe ich mir dabei nicht viel – wir haben uns halt gut verstanden.

Freitag auf Samstag Nacht hatte ich ein Kribbeln beim Telefonieren. Ein Kribbeln bei einem Mann, den ich noch nie gesehen habe.

Wie soll das gehen?

Seit Donnerstag haben wir überlegt, ob wir uns am Wochenende treffen. Und irgendwie haben wir immer wieder einen Punkt, eine Ausrede gefunden um es nicht zu tun.

Samstag Abend habe ich mich dann einfach ins Auto gesetzt und bin nach Duisburg gefahren.
Ich wollte dem Mann gegenüberstehen, der das bewirken konnte. Wollte sehen, wie es ist, wenn er mir gegenübersteht.

Würde es ein Kribbeln verursachen?
Reden wir dann genauso viel?
Können wir zusammen lachen?

Vorher war ich noch mit einer Freundin walken und einkaufen. Wie gesagt. Der Entschluss zu meinem Wochenendausflug war spontan!

Im strömenden Regen war ich nun also auf dem Weg in den nördlicheren Teil dieses Landes.
Gott, zog sich die Autofahrt hin. Aber was macht man nicht alles?!

Ich hole ihn zu Hause ab, wir fahren in ein Lokal.

Wir lachen, wir reden und irgendwas ist da, was sagt „das ist der Mann deines Lebens“. Ich kann nicht erklären was genau es ist. Es ist die ganze Art dieses Mannes. Wie er mich ansieht, wie er mich berührt. Wie er mich irgendwann draußen um Regen unter dem Regenschirm küsst.
Wie er danach auf dem Weg zum Auto seinen Arm um mich legt. Wie er mich im Bett liegend in den Arm nimmt…

Spät stehen wir auf. Machen uns fertig um Brötchen zu holen.

Die erste Begegnung mit seinem Vater. Christina im Bad und die Türklinke bewegt sich. Dachte, es wäre Daniel und mache die Tür auf. Falsch gedacht.
Ich bin froh später zu hören, dass er seinem Vater, während ich unter der Dusche stand, erzählte, dass ich da bin. Also alles nur halb peinlich.

Seine Geschwister lerne ich auch noch alle samt kennen.

Ich fühle mich unwohl. Das ist alles ein wenig zu viel für mich. Und das kann auch dieser Mann an dem Nachmittag nicht wirklich mehr verbessern.
Wir beide sind kompliziert und chaotisch. Und wir beide gehören zu den Menschen die diesem schrecklichen Sonntags-Nachmittags-Blues verfallen sind. Das macht das alles auch nicht besser. Wo ist das schöne Gefühl hin?

War es das?

Um 17 Uhr bin ich kurz davor nach Hause zu fahren – und das sage ich ihm auch. Wir beschließen, dass ich noch bleibe. Nehmen uns noch etwas Zeit. Geben uns noch Zeit.

Spielen Karten und danach landen wir wieder lachend auf dem Bett.

Das Gefühl ist wieder da. Alles ist wieder wie am Abend vor diesem Sonntag. Und wieder kann ich nicht fassen, was da gerade passiert.
Wir stehen in seinem Zimmer und fangen an zu tanzen. Umarmen und küssen uns. Und tanzen…
Gegen 21 Uhr beschließe ich wieder nach Hause zu fahren. Montag ist immerhin wieder ein Arbeitstag.
Der Abschied am Auto ist unnormal. Etwas anderes fällt mir dazu einfach nicht ein. Wir küssen und umarmen uns. Immer und immer wieder.
Wie ein frisch verliebtes Paar. Aber das sind wir nicht.

Eigentlich kennen wir uns nicht.
Oder doch?

Im Auto ist Nachdenken angesagt. Viel Nachdenken. Aber worüber ist die Frage. Eigentlich lasse ich die letzten 20 Stunden immer wieder revue passieren. Mehr nicht. Mehr schaffe ich nicht.

Ich bin so überwältigt. Schockiert. Kann es nicht glauben was das alles für Eindrücke sind, die da auf mich geprasselt sind und weiterhin auf mich einprasseln.

Habe auch immer noch keine Ahnung, was ich wirklich denken soll.

Das ist der Mann meines Lebens. Aber bin ich auch die Frau seines Lebens?
Weiß er, was da gerade passiert?

Wir hören uns nach wie vor jeden Tag. Telefonieren, schreiben SMS. Nicht zu viel, nicht zu wenig.

Gestern Abend haben wir über die gemeinsam verbrachte Zeit gesprochen.

Er hat es alles genau so gesehen wie ich. Kann sich aber auch nicht erklären, was da an dem Nachmittag mit uns los war. Wie man alles in allem einschätzen kann. Und wie sehr der Nachmittag in das gesamte Geschehen hineinfliest.

Wir beschließen, dass er in 1 ½ Wochen das Wochenende bei mir verbringen wird. Keine Familie weit und breit. Nur er und ich.
Mal sehen ob der perfekte Start wiederholt werden kann.
Ob es wirklich so ist, dass ich den Mann kennen gelernt habe, den ich auch heiraten werde.

Zum ersten mal, seit dem ich hier schreibe fehlen mir einfach die richtigen Worte um das wiederzugeben, was da war. Wie alles genau passiert ist. Mein Kopf ist auch heute noch am Arbeiten. Am versuchen zu verstehen.

Ich bin gespannt auf das Wochenende mit ihm. Ich bin gespannt wie es weitergehen wird mit ihm.